Geschichte

Die Sammlung der japanischen Gedichte

Vor fast 800 Jahren wählte ein Dichter namens Fujiwara no Teika auf dem Berg Ogura (in der Nähe von Kyoto, Japan) die 100 schönsten japanischen Gedichte der Jahrhunderte zuvor aus. Einige der klassischen Stücke wurden mehrere 100 Jahre vor Teikas Zeit geschrieben. Teika nannte seine Sammlung „Hyakunin-shuka“ (hundert Dichter, ausgezeichnete Poesie). Später wurde der Name der Sammlung zu „Hyakunin-isshu“ (100 Gedichte von 100 Dichtern) geändert.

Die Auswahl der 100 Gedichte von 100 Dichtern von Teika wurde oft in Frage gestellt. Dies führte zu einer alternativen Sammlung „Hyakunin-isshu“ im 19. Jahrhundert. Die Sammlung, die Teika bereits 1235 vorstellte, war die erste „Hyakunin-isshu“ Sammlung und erhielt den Namen Ogura Hyakunin-isshu. Die Auswahl von Teika enthält bis heute Japans bekannteste Anthologien der klassischen japanischen Poesie.

Diese klassischen japanischen Gedichte (Wakas) sind alle in fünf Zeilen mit 31 Silben geschrieben. Die westlichen Dichtungen sind in der Regel länger als die japanischen. Aufgrund von Platzmangel wurden deswegen die schönsten Zitate der Gedichte ausgewählt. Wir hoffen, dass durch Ogoola Karuta Ihr Interesse an Poesie geweckt wird.

Der Genpei Krieg (Genpei Gassen)

Der Genpei Krieg bedeutet auf Japanisch „Genpei Gassen“. Der Krieg fand in Japan statt und dauerte von 1159 bis 1189. Der Name der Spielvariante „Genpei Gassen“ von Ogoola Karuta ist in Anlehnung an den Genpei Krieg.

Im Folgenden finden Sie einen Link zu einem Vortrag des Genpei Krieges. Es ist auf Englisch.

YouTube: 17 min: Genpei War (Genpei Gassen)

Das Prinzip des Spiels

Spiele mit einer Kombination aus zwei Bildern existieren in Japan bereits seit der Antike. Diese wurden ursprünglich paarweise mit Bildern oder Gedichten auf Steinen oder Muscheln bemalt. Ab dem 16. Jahrhundert wurden Kombinationsspielkarten eingeführt, inspiriert von portugiesischen Seemännern.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde das erste Spiel mit 100 klassischen Gedichten, von Teika ausgewählt, für die Monarchie geschaffen. Das Spiel wurde Utakaruta (Lieder-Karten oder Poesie-Karten) genannt und hat den gleichen Stil seit dem beibehalten.

Am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde Utakaruta weiterhin bekannt und in den 1800er Jahren wurde es unter dem Volk populär. Das Volk spielte das Spiel an Neujahr. Heutzutage spielen die Japaner auch in Schulen und nehmen an nationalen Wettbewerben teil (Hyakuninisshu Kyogi Karuta).

Namensursprung

Wenn von der klassichen Poesiesammlung die Rede ist, setzt man vor dem Namen „Hyakuninisshu“ das Präfix Ogura (der Berg, wo die Sammlung entstand), da es diverse Poesiesammlungen mit hundert Gedichten in Japan gibt.

Der Name Ogoola Karuta Gedichtsspiel stammt vom japanischen Berg namens Ogura.